Klassiker heute – Homer Odyssee (5)

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Der fünfte Teil meiner Serie zu Homers Odyssee.

Teil 1: Abwesenheit der Macht & Parasitentum
Teil 2: Schuld und Verantwortung
Teil 3: Reden, Handeln – Menschen, Helden und Göttern
Teil 4: Medien und Technik als Machtfaktoren 

Sechster Gesang – Feinde, Fremde und Freunde

Odysseus gelangt als Fremder in das Land der Phäaken und wird von den Wäsche waschenden Mädchen gefunden. Nur Nausikaa, die Tochter des Königs, hat von Athene den Mut in das Herz gelegt bekommen, nicht vor dem fremden Krieger zu fliehen. Sie ermahnt die anderen Mädchen, dass es sich weder um einen bösartigen noch unverständigen Mann handelt und bietet Odysseus ihre Hilfe an.

Mehr Angst als vor Odysseus hat sie vor dem Gerede der eigenen Leute. Sie rät ihm alleine in die Stadt zum König zu kommen, da sie nicht mit einem fremden Mann gesehen werden will. Das Reich der Phäaken gilt als von den Göttern besonders gesegnet. In einer solchen gesegneten Welt kommt der Feind nicht von außen, denn die Götter schützen die Grenzen. Der Feind lauert im Inneren der Gesellschaft in Form von Missverständnissen und Zwietracht.

Siebenter Gesang – Menschlichkeit: Leiden

Alkinoos, der König der Phäaken, mutmaßt, dass es sich bei Odysseus um einen Gott handeln müsse. Sein Volk sei den Göttern nahe und bekommt nur selten von Sterblichen, desto öfter von den Göttlichen selbst Besuch. Odysseus berichtigt ihn. Er habe viele Leiden ertragen müssen, woraus sich schließen lässt, dass er ein Mensch sei. Odysseus unterscheidet die Götter von den Menschen. Menschen sind jene, die Leiden müssen. Und doch immer weiter machen, weil der Hunger noch größer ist als das Leid.

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