23. February 2013
von Jonathan
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Django Unchained – Tarantinos Rache Teil 4

Nichts Bemerkenswertes gibt es über Django zu berichten. Tarantino setzt seine Serie von Rache-Filmen fort. Diesmal rächt sich ein Sklave. Er führt ihn gewohnt stilsicher durch die Handlung und gibt ihm einen kultigen Partner und skurrile Gegner an die Hand. So fühlt der Film sich wieder ein wenig mehr nach “Tarantino-Kosmos” an als Inglorious Basterds. Aber die Perfektion in den Nebenrollen und den Sog einer fremden Welt, wie man ihn aus seinen ersten fünf Filmen kennt, vermisst man auch hier. Weiterlesen →

5. February 2013
von Jonathan
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Logik der Diskriminierung

Egal ob #Aufschrei oder die Entfernung rassistischen Vokabulars aus alten Kinderbüchern, die Diskussionen um Diskriminierung laufen nach den immergleichen Regeln ab. Wer sich emanzipieren will, sollte auf die Scheinargumente und Schattenkämpfe nicht reinfallen. Eine Regelkunde der Diskriminierung.

Regel 1: Sei widersprüchlich.

Argumentative Machterhaltung erreicht man selten, indem man eine schlüssige Linie vertritt. Die Sprache ich tückisch, jede Verteidigungslinie lässt sich argumentativ durchbrechen. Unangreifbarkeit erreicht man durch widersprüchliche Argumentationen. Wenn ich zwei Argumente nutze, die sich im logischen Kern widersprechen, aber auf der Oberfläche beide an den gesunden Menschenverstand appellieren, habe ich das Recht in jeder Situation auf meiner Seite. Weiterlesen →

12. January 2013
von Jonathan
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Taktung und Kontakt (in eigener und bloggosphärischer Sache)

Nun schreibe auch ich noch einen Text zu Johnny Häuslers Blog-Diskussion. Mehr Schreiben 2013 ist ein toller Vorsatz! Ganz unabhängig wie man beurteilt, ob dieses mehr schreiben tatsächlich zu einer Rettung des Freien Netzes führen kann. Als Skeptiker ist solch Pathos mir natürlich verdächtig, aber natürlich auch sympathisch. Wie dem auch sei… Seit dem inzwischen berühmten Beitrag auf Spreeblick hat es ein paar Tage gedauert, bis ich meine Haltung zu der Sache gefunden habe. In der Zeit habe ich mich gefragt: Was würde “mehr schreiben” eigentlich für mich bedeuten? Was würde es für Zeichenlese bedeuten? Und was sagt diese Aufforderung über “dieses Internet”?

Mehr schreiben heißt auf Spreeblick vor allem: öfter schreiben. Weniger auf Facebook oder Twitter seine Gedanken und Meinungen verkünden, mehr auf Blogs und in den Kommentarfeldern von Blogs. Der Plan für Zeichenlese war schon immer, nur ca. einen Artikel pro Monat zu veröffentlichen. Ich glaube der tatsächliche Schnitt liegt noch etwas darunter. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen mache ich das hier nur zum Spaß und will mich nicht wegen eines Spaß-Projektes stressen. Zum anderen – und das ist wichtiger: Der Stil. Weiterlesen →

27. December 2012
von Jonathan
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Dialektik der Redefreiheit

Freedom of speech mit der gesamten Weltöffentlichkeit – das Internet bringt Hyde Park Corner in unsere Wohnzimmer. Wenn jeder ein Sender ist, kann keine Meinung und keine Wahrheit mehr unterdrückt werden. Totalitäre Regime wie Iran und China setzen deswegen auf Überwachung, Kontrolle und Abschottung des Netzes, während Demokraten und Aktivisten der westlichen Welt vehement gegen jede Form der Regulierung kämpfen.

Die Freiheit zu Reden

Nun, da eine Technik existent und zumindest vorläufig gesichert ist, die das Versprechen der Aufklärung - Freiheit und Gleichheit im Diskurs – einlösen kann, stellt sich die Frage, was mit einem solchen Diskurs gewonnen wurde. Denn: Nur weil jeder reden kann, bedeutet das noch lange nicht, dass auch jemand zuhört. Wenn alle reden, wer empfängt dann eigentlich die Nachrichten?

“Es wurde ihnen die Wahl gestellt, Könige oder der Könige Kuriere zu werden. Nach Art der Kinder wollten alle Kuriere sein. Deshalb gibt es lauter Kuriere, sie jagen durch die Welt und rufen, da es keine Könige gibt, einander selbst die sinnlos gewordenen Meldungen zu. Gerne würden sie ihrem elenden Leben ein Ende machen, aber sie wagen es nicht wegen des Diensteides.”  Weiterlesen →

20. November 2012
von Jonathan
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In Schichten denken: Unter dir die Stadt als Revolutionsfilm

Ein Vielschichtiger Film – so kündigte Isabella Rosselini Christoph Hochhäuslers “Unter dir die Stadt” bei der Fernsehpremiere auf Arte an. Filmgeschichtliche Referenzen, wie man sie von einem Film-Nerd wie Hochhäusler erwarten kann, politische Referenzen, aber auch eine Story, die ihre Spannung permanent aus dem Spiel mit Gesellschaftsschichten entfaltet. Im wahrsten Sinne eine Geschichte. 

Kein Wunder, dass langweilige deutsche Kritik Fragen stellt: Warum geht die junge Frau mit dem Alten ins Bett? Sie kennt nur noch den Film als Psychoanalyse. Aber Psychoanalyse ist immer affirmativ, sie bedroht nicht den Zustand, sie setzt ihn durch Narration ins Recht. Wer eine Revolution wirklich will, muss auf die Psychoanalyse verzichten.

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